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Sportaerobic - was ist das?

"Sportaerobic ist die Fähigkeit, komplexe und hoch intensive Bewegungsmuster - die ihren Ursprung in traditioneller Fitness-Aerobic haben - ohne Unterbrechung mit einem hohen Grad an perfekt ausgeführten Schwierigkeitsteilen zu Musikbegleitung vorzuführen. Eine Übung/Kür muss Kreativität mit der perfekten Integration aller Bewegungen, der Musik und Ausdruckskraft verbinden."

 

(Weltturnverband FIG)

Wer Sportacrobatik als Leistungssport betreiben möchte, kann/soll schon im Vorschulalter damit beginnen. Anfangs genügt 2 x bis 3 x wöchentliches Training von 1,5 - 2 Stunden.

REGLEMENT UND BEWERTUNG

Jede Sportaerobic-Choreografie (Kür) besteht aus den sieben Basisschritten, die in Variationen ausgeführt und mit Armen/Händen kombiniert werden. Ziel ist, keine Schrittkombination zu wiederholen.

Die Basisschritte werden mit dne Elementen (der Gruppen Push Ups, Stütze, Sprünge und Beweglichkeit) choreografisch verbunden.

 

Die sieben Basisschritte:

  1. March

  2. Jog

  3. Skip

  4. Knee Lift

  5. Kick

  6. Jumping Jack

  7. Lunge

Die Elemente:

Eine Sportaerobic-Kür enthält bis zu zwölf Elemente im Wert von je 0,1 - 1,0 Punkten. Aus jeder der vier Elementegruppen (Push Ups, Stütze, Sprünge und Beweglichkeitselemente) muss mindestens ein Element enthalten sein. Maximal sechs Bodenelemente, zwei Push Ups und zwei Spagat-Landungen sind erlaubt. Diese Elemente sind ausgewogen in der Kür zu platzieren.

Die fünf Wettkampf-Disziplinen:

Einzel Frauen (Individual Woman = IW)

Einzel Männer (Individual Man = IM)
Gemischtes Paar (Mixed Pair = MP)

Trio (Trio = TR)

Gruppe (Group = GR)

Trios und Gruppen können je nach Belieben gemischt werden (Männer und/oder Frauen - es treten also is hinauf zur WM (Weltmeisterschaft) auch Frauen direkt gegen Männer an). Mixed Pairs, Trios und Gruppen müssen jeweils drei Hebungen ausführen - am Anfang, in der Mitte und am Ende einer Übung.

 

Übungsdauer und Musik:

Eine Übung ist bis zu 1:30 min für Einzel und 1:45 für Paare, Trios und Gruppen lang. Die Musik hat zumeist ein Tempo von 140 - 160 BpM (Beats per Minute). Mehrere Musikstücke können gemischt und auch mit Effekten versehen werden. In der Sportaerobic ist im Gegensatz zum Turnen oder zur Rhythmischen Gymnastik Gesang mit Worten erlaubt. Musiken aus den aktuellen Charts sind daher bei den Athletinnen sehr beliebt. Themen wie Krieg, Gewalt, Religion oder Liebe dürfen aber nicht vorkommen.

Wettkampffläche:

Die Wettkampffläche für die Einzelbewerbe weiblich und männlich ist 7 x 7 Meter groß. Für Paare, Trios und für Gruppen misst die Wettkampffläche 10 x 10 Meter.

Das Kampfgericht:

Will man in der Sportaerobic als Kampfrichter/in fungieren, muss man eine international genormte Prüfung bestehen und daher ein hohes Maß an Fachkenntnis und Situationsgewandtheit besitzen.

Wie Sportaerobic bewertet wird:

Das Kampfgericht besteht für jede Übung aus einer D-, einer A- und E-Jury. Die D(ifficulty)-Jury bewertet die Schwierigkeitselemente, d. h. die Elemente, die in der Kür enthalten sind (z. B. Push Ups, Stütze, Sprünge oder Beweglichkeitselemente). Die A(rtistik)-Jury bewertet den künstlerischen Wert, d. h. Chorelgrafie, Musikauswahl, Präsentation oder Interaktionen. Die E(xecution)-Jury beurteilt die Ausführung - wie schön/sauber/korrekt werden die Schwierigkeitselemente bzw. Basisschritte vorgeführt? Die A- und E-Noten haben eine Höchstwert von jeweils 10,0, die D-Note ist nach oben hin offen. Die Noten für die weltbesten Athleten bewegen sich meist zwischen 19,0 und 22,0 Punkten.

 

Die Elemente der Difficulty-Note sind eingeteilt in A- (0,1 Punkte), B- (0,2 Punkte) usw. bis G-Teile (0,7 Punkte) bei den JuniorInnen sowie I (1,0 Punkte) bei der Elite.

Nur Schwierigkeitselemente, die Minimalkriterien erfüllen, fließen in die Note ein. Dasselbe gilt für die Artistik-Note - nur für eine artistisch excellente Übung kann man Höchstnoten erhalten. Bei der Ausführungs-Note werden vom Maximum 10,0 durch Subtraktion alle visuellen Fehler abgezogen - in einer Spanne von 0,1 bis 0,5 Punkten, je nach der Schwere des Fehlers. Alle Übungen werden mittels bestimmter Symbole in die dafür vorgesehenen Formulare eingetragen. Diese Formulare dienen als Hilfe für die Difficulty-Kampfrichter/innen.

Fachwartin in OÖ Brigitte Philippi brigitte.philippi@liwest.at

Sportaerobic OÖFT